von Gudrun Trinker

Sommersonnenwende - Litha

Die Sommersonnenwende, die wir zwischen dem 20. und 24. Juni begehen, ist ein weiteres Sonnenfest. Die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht, wir feiern den längsten Tag und die kürzeste Nacht und die großartige Sonne selbst. Ohne das Licht und die Wärme der Sonne könnte kein Leben auf der Erde entstehen. Mutter Erde zeigt sich nun in ihrer ganzen Pracht und Schönheit, alles wächst und gedeiht. Der Sommer entfaltet sich tausendfach in jedem Blatt, jeder Blüte und jedem Trieb.

Die energetische Qualität zur Zeit der Sommersonnenwende ist bestimmt von Helligkeit und Licht. Mythologisch siegt das Licht über die Finsternis, sowie im Dezember zur Wintersonnenwende die Nacht über das Licht triumphiert. Diese beiden Feste stehen sich direkt gegenüber.

Jetzt zur Sommersonnenwende wollen wir die Freude, das Lachen und die Liebe zum Leben feiern. Jetzt ist die Zeit zu wachsen und sich zu entfalten. Angespornt durch das Wachstum, das sich rund um uns in seiner ganzen Fülle zeigt, wollen wir uns mit unserem eigenen inneren Wachstum befassen. Eine Pflanze trifft keine bewusste Entscheidung dafür, jedes Jahr ein Stück zu wachsen, sondern sie tut einfach das, was in ihr steckt. Ebenso wenig können wir verhindern, dass wir uns jeden Tag ein Stück weiter entfalten in unseren Stärken und Schwächen, die in uns stecken. Was wir jedoch tun können, ist die nötigen Rahmenbedingungen für gutes Wachstum zu schaffen, die es uns ermöglichen, all das zu entwickeln, was uns wichtig ist.

Der wichtigste Nährboden zur Entfaltung und für Wachstum ist die Liebe zu uns selbst. Sich selbst zu lieben, bedeutet, sich so anzunehmen, wie man ist, mit allen Stärken und allen Schwächen. Wer sich selbst wirklich liebt, sich annimmt, für sich sorgt, sich wahr- und ernst nimmt, ist ein glücklicher Mensch.

Wachstum braucht Raum. Wenn ein Baum genügend Platz hat, wächst er gleichmäßig zu allen Seiten. Wollen auch wir ein ausgeglichenes, glückliches Leben führen, so müssen wir allen Aspekten in uns, den nötigen Raum geben, um wachsen zu können. Liebe, Beruf, Alltag, Hobbys, Körper, Geist, Seele, alles möchte im Leben mitwachsen dürfen. Gibt es Bereiche in unserem Leben, die schon länger nicht mehr wachsen durften? Dürfen sich unsere Ideen, Talente, Gefühle nach und nach entfalten? Verwenden wir unsere Kraft für all das, was uns wichtig ist? Gibt es Lebensumstände, die unserem inneren Wachstum nicht mehr dienlich sind? Ein falscher Nährboden, falsche Bedingungen können eine Pflanze darben und verkümmern lassen. Auch dafür ist nun die Zeit, um Verborgenes ans Licht zu holen.

Gleichzeitig markieren die Sonnenwenden, wir ihr Name schon sagt, einen Wendepunkt, eine Umkehr. Die Sommersonnenwende markiert den Umschwung der Energie und des Lichtes hin zur Dunkelheit. Mit jedem Tag scheint die Sonne nun ein bisschen weniger, obwohl der Sommer für uns im Grunde erst beginnt. Wir können uns erneut einschwingen in den Rhythmus der Natur, den Kreislauf von Werden und Vergehen, dem wir als Menschen in der heutigen Zeit so entfremdet sind. Alles ist stetig im Fluss. Wir können danken für alles, was wir in der lichtvollen Jahreshälfte bisher bekommen haben oder umkehren und loslassen, wenn etwas nicht mehr dienlich für unser Wachstum ist.

Alles Liebe

eure Gudrun

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