von Gudrun Trinker
Ostara
Nach den langen Wintermonaten ist es nun endlich soweit...das Erwachen, Wachsen und Erblühen ist nicht mehr aufzuhalten und rundherum hält der Frühling Einzug.
Rund um den 21. März feiern wir das Jahreskreisfest Ostara, die Frühjahrstagundnachtgleiche. Tag und Nacht sind in Balance. Für kurze Zeit halten sich Licht und Dunkelheit die Waage, bevor wir tatsächlich in die lichtvolle Jahreshälfte hinüber gehen. Aus Hoffnung wird nun Wirklichkeit und mit jedem Tag werden die Tage nun länger als die Nächte und die langen Wintermonate sind endlich überwunden.
Blicken wir hinaus in die Natur, können wir sehen, riechen, schmecken und fühlen, wie sich Mutter Erde für ein neues Erdenrund bereit macht. Allerorts können wir bereits Knospen an den Bäumen und Sträuchern entdecken, das erste saftige Grün beginnt zu sprießen. Leberblümchen, Schlüsselblumen, Brunnenkresse, Schneeglöckchen und Buschwindröschen recken ihre Köpfchen hin zu den wärmenden Sonnenstrahlen. Die Vögel beglücken uns wieder mit ihrem wunderbaren Gesang und manch' flinkes Eichhörnchen oder wieder erwachtes Insekt stattet uns seinen Besuch ab. Überall erwacht das Leben!!
Die Zeit des Erwachens und Wachsens, des Neubeginns, dem wir die Zeit des Sonnenaufganges zugrunde legen, ist auch für uns Menschen eine Chance wieder inne zu halten, in uns hinein zu lauschen, zu reflektieren. Lassen wir auch in uns das Neue wachsen, lassen wir unsere Inspirationen sprießen und nähren wir sie. Welche Idee, welche Inspiration, die wir zum Julfest gesät haben und die zu Imbolc sich dem Licht entgegen gestreckt hat, will nun weiter gepflegt und genährt werden, damit sie zur Blüte und zur Frucht gelangt?! Nähren wir sie, damit sie uns glücklich machen und wir später ernten können.
Die Frühjahrstagundnachtgleiche lädt uns auch ein, das Gleichgewicht in unserem Leben zu beleuchten. Wachen und Schlaf, Bewegung und Ruhe, Arbeit und Müßiggang, Körper, Seele, Geist ... es gibt viele Bereiche in unserem Leben, denen wir Zeit und Raum einräumen, die im Gleichgewicht zueinander stehen sollten. Schauen wir doch wieder einmal genauer hin, werden wir uns wieder einmal bewusst und korrigieren, wenn nötig, liebevoll.
Es ist unser ganz eigener Weg, den niemand anderes für uns gehen kann. Im Hinblick auf Mutter Natur, die uns alles auf so wundersame Weise vorlebt, machen wir uns immer wieder bewusst, wo wir stehen, ob wir (noch) auf unserem Herzens- und Seelenweg sind. Die Spiritualität von Mutter Erde ist ein tröstendes Geschenk und eine mächtige Kraftquelle, die uns tragen, nähren und Mut geben kann. Sie ist Leben bejahend und Leben erhaltend.
Im Ritual wollen wir das Erwachen und Wachsen feiern und zelebrieren, uns tief mit der neu erwachenden Kraft von Mutter Erde verbinden, singen und tanzen, dem Neuen in uns Raum geben und uns des Lebens freuen!
Ich freue mich auf euch!
Eure Gudrun